Ja, heute war ich mutig. Ich war schon wochen-, nein, monatelang nicht mehr beim Frisör und es wurde wirklich allerhöchste Eisenbahn. Dazu sollte ich vielleicht ein wenig weiter ausholen. Die meisten Frauen, die ich kenne, gehen unheimlich gerne zum Frisör. Ich gehöre nicht dazu. Für mich ist das eher Pflichtprogramm und ich gehöre auch zu den Menschen, die sich am liebsten direkt nach dem Besuch die Haare nochmal waschen und dann nochmal selber Hand anlegen.
Nun war es aber so, dass mich mein viel zu langer Pony wirklich bei der Arbeit störte. Jedesmal, wenn ich durch`s Mikroskop gucken wollte, hing eine Haarsträhne zwischen Okular und meinem Auge – ihr könnt euch nicht vorstellen, wie nervig das ist. Freitags habe ich ja nun meinen freien Tag und da ich zu einem Frisör gehe, wo ich keinen Termin brauche, habe ich mir heute morgen einen Tritt in den Hintern in den Allerwertesten gegeben, mich in meine „Rennsemmel” gesetzt und bin ins hiesige Einkaufszentrum gefahren. Lust hatte ich keine, aber es musste wirklich sein.
Nun saß ich da auf meinem Stuhl und natürlich kam die Frage: „Was machen wir heute?” Ich hasse diese Frage, weil ich leider selber immer nicht so genau weiß, was mir steht und wie ich es haben möchte. Fakt ist, dass ich gar fürchterliche Haare habe, die meist runterhängen wie Spaghetti. Fein, dünn, glatt… und langweilig und ohne Volumen. Gemein, das!
Heute war es aber irgendwie anders. Heute dachte ich so bei mir, wie es denn wäre, mal einen Bob zu schneiden? Ich sprach die junge lila und grün gesträhnte und überaus sympathische Frisörin an, was sie von meiner Idee halten würde. Es ging ja wieder einmal darum, meinem Haar mehr Volumen zu verpassen. Und da sagte sie doch glatt: „Das kann ich mir sehr gut vorstellen!”
Örks! Damit hatte ich nicht gerechnet, spielte das kurz in meinem Kopf durch und hörte mich sagen: „Ok, dann mal los.”
Und sie schnitt – und sie schnitt am Hinterkopf ordentlich! Da fielen heute eine Menge Haare und ich fühle mich hintenrum ganz schön nackig. Aber: Ich werde mich daran gewöhnen und ab und zu muß man eben auch ein wenig mutig sein. Doch, es gefällt mir gut – und jetzt werden wir mal sehen, wie ich es beim nächsten Waschen selber hin bekomme. Denn dieses Mal bin ich mal nicht gleich zum Wasserhahn geeilt – ich bin zufrieden! Und zumindest dem Hobbykoch gefällt es auch…
Ihr wollt gucken? Aber nur ganz ausnahmsweise…. (und es ist nicht einfach, so ein Bild zu machen, also bitte nicht ganz so genau hinschauen)
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