kreativ

Kleben fürs soziale Kunstprojekt

„Was ist das denn?“ werden sich jetzt sicher einige von Euch fragen. Für mich war diese Art Kunstprojekt auch vollkommen neu. Da ich aber die Gedanken dahinter so toll finde, möchte ich Euch gerne davon erzählen.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Susan Barth. Sie dachte sich: „Wie kann ich viele Menschen dazu animieren, einmal im Alltag inne zu halten und über grundsätzliche Fragen des Lebens nachzudenken? Ohne dass sie gleich antworten müssen – einfach nur so als Denkanstoss.“ Heraus kam die Gründung der Erinnerungsguerilla.

Es geht darum, Fragen, die sich jeder mal mehr, mal weniger im Leben stellt, präsent zu machen. Mitmenschen dazu anzuregen inne zu halten und vielleicht mal über die ein oder andere Frage nachzudenken – sich zu erinnern.

Susan hat eine tolle Idee gehabt, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Sie ließ sich die ersten Fragen einfallen, ließ sie auf kleine, rückstandslos wieder ablösbare Post-Its drucken und fing an, sie irgendwo im öffentlichen Raum zu verkleben.

geklebt beim Burger King – Amsterdam

Das Projekt funktioniert – fast – von alleine. Denn die Fragen, die bereits geklebt wurden, wurden und werden gelesen und durch den aufgedruckten Link fühlten und fühlen sich andere Menschen inspiriert, die Website zu besuchen und sich ebenfalls solche Post-Its zu besorgen. Das geht kinderleicht und schon ein paar Tage später kann man selber mit dem Kleben beginnen. Kostenlos.

geklebt in der Strassenbahn in Amsterdam

Die oben verklebten Zettel hat sich das Tochterkind bestellt und dadurch wurde die Mama auf das Projekt aufmerksam. Es dauerte nicht lange und ich orderte mir auch vier Blöcke, die während unseres Urlaubs daheim ankamen und jetzt habe ich auch große Lust, ein paar Post-Its zu kleben. Toll ist natürlich, wenn man die Fragen an Orte klebt, wo Menschen zum Entschleunigen gezwungen sind, z.B. am Bahnhof, am Flughafen, in der City, in Bus und Bahn, auf der Toilette etc, etc. Und wenn man sie dann noch als „Kleber“ beobachten kann, kann es richtig spannend werden.

Wer selbst eine Idee für eine neue Frage hat, kann sie der Erinnerungsguerilla vorschlagen. Und wenn wieder genug Geld durch Spenden und Crowdfunding zusammen gekommen ist, gehen neue Fragen in den Druck. Ich sehe gerade – im Moment sind einige Blöcke vergriffen, aber bestimmt dauert es nicht lange und es sind wieder mehr neue – und/oder alte? – Fragen verfügbar. :(

Ich wünsche Susan und ihrem Team von der Erinnerungsguerilla, dass noch ganz viele Fragen geklebt werden und mehr und mehr Menschen von diesem tollen Projekt erfahren.

Und Du? Hast Du jetzt auch Lust bekommen, Fragen zu kleben und Dich an dem sozialen Street-Art-Projekt zu beteiligen? Dann wünsche ich Dir, dass Fragen, die Dir gefallen verfügbar sind und Du mit dem Erinnern beginnen kannst. :daumen:

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